Geschichte

Geschrieben von Gynasium Zittau
Kategorie:

Eine kurze Geschichte des Christian-Weise-Gymnasium in Zittau


Das Christian Weise Gymnasium in Zittau wurde 1586 auf Anregung des damaligen Zittauer Bürgermeisters Nikolaus von Dornspach als Gymnasium zu Zittau gegründet. In den ersten Jahren nach der Gründung wurde wie damals an höheren Schulen üblich hauptsächlich Latein, Griechisch und Theologie unterrichtet. Erst später wurde auch die deutsche Sprache zum Gegenstand des Unterrichts.
Der bekannteste Rektor des Zittauer Gymnasiums war Christian Weise, der ab 1678 die Leitung für dreißig Jahre innehatte. Während seiner Amtszeit führte er die Naturwissenschaften, Mathematik und das Studium der Geschichte in den Unterricht ein, zu denen er mehrere Lehrbücher schrieb. Auch die schulischen Theateraufführungen erreichten unter Weise, der selbst Schriftsteller war, einen Höhepunkt. Näheres zu Christian Weise entnehmen Sie z.B. auch dem Kapitel „Christian-Weise – ein Name, der verpflichtet“ weiter unten auf dieser Seite.
Ein schweres Schicksal hatte die Stadt Zittau im Siebenjährigen Krieg zu ertragen. Beim Bombardement der Stadt Zittau wurde auch das Schulhaus getroffen und schwer in Mitleidenschaft gezogen.
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde das Gymnasium zu einer vollständigen Realschule ausgebaut, die dann 1882 mit der höheren Handelsschule zu einem Realgymnasium vereinigt wurde.
Das heutige Schulgebäude, das Johanneum, wurde in den Jahren 1869 bis 1871 errichtet und trägt den Namen von König Johann von Sachsen.
1960 wurde das Gymnasium in eine Erweiterte Oberschule umgewandelt, die von 1986 bis 1993 den Namen EOS Ernst Schneller trug.
Nach der Wiedervereinigung entstanden 1992 zwei Gymnasien in Zittau, das Richard-von-Schlieben-Gymnasium und das Christian-Weise-Gymnasium, welches seinen Namen am 27. Mai 1993 erhielt. 1998 ging das benachbarte Gebäude der ehemaligen Pestalozzi-Grundschule vollständig in den Besitz des Gymnasiums über, nachdem in dieser schon vorher Schüler des Gymnasiums unterrichtet wurden. Aufgrund rückläufiger Schülerzahlen fusionierte das Richard-von-Schlieben-Gymnasium 2005 mit dem Christian-Weise-Gymnasium.
Weitere und umfangreichere Informationen zur Geschichte unseres Gymnasiums sind z.B. in dem folgenden Artikel der Wikipedia zu finden: http://de.wikipedia.org/wiki/Christian-Weise-Gymnasium
Auf dem unteren Bild sehen Sie das Gemälde „Paulus predigt in Athen“ des Dresdner Malers Anton Dietrich in der Aula des Johanneums. Weitere Informationen zu dem Gemälde finden Sie z.B. in dem Büchlein: „Paulus und der unbekannte Gott: Das Wandbild von Anton Dietrich im Zittauer Johanneum“ von Ulfried Kleinert (ISBN-10: 3940200395)

 

Aula des Johanneums mit dem Gemälde "Paulus predigt in Athen" von Anton Dietrich

 

Christian Weise - ein Name, der verpflichtet


Die höhere Schulbildung hatte in Zittau schon immer ein gutes Pflaster. Eine Blütezeit erlebte das Gymnasium unter der Leitung seines Rektors Christian Weise, der dieses Amt von 1678 bis kurz vor seinem Tod im Jahre 1708 ausübte. Seit 1993 trägt das Zittauer Gymnasium seinen Namen.

Christian Weise wurde am 30. April 1642 in Zittau geboren. Von seinem Vater, einem Lehrer, wird er wohl das Talent und die Freude, mit jungen Menschen zu arbeiten, geerbt haben. Bereits mit 7 Jahren begann er, andere Kinder – sogar ältere – zu unterrichten. Lernen und Lehren waren seine großen Leidenschaften und natürlich die Dichtkunst. Nach seiner Schulzeit studierte er zunächst Theologie. Schon mit 21 Jahren war er Magister, später Professor der Beredsamkeit und Dichtkunst.

Dank des Wirkens von Christian Weise, das auch die Tätigkeit des Bibliothekars und Ratsherren einschloss, entwickelte sich das Zittauer Gymnasium zu einer der fortschrittlichsten Bildungsstätten seiner Zeit. Die deutsche Sprache trat gleichberechtigt neben das Lateinische. Durch die Einführung neuer Fächer, z. B. Geschichte, Politik, Geografie, Ethik und Physik, wurden die Schüler zunehmend auf das Leben und die praktische Anwendung des Wissens orientiert. Da Lehrbücher für die genannten Fächer fehlten, schrieb Weise sie kurzerhand selbst.
Besonderen Ausdruck fanden Weises Überzeugungen in der Rolle der Schulkomödie. Indem er mehr als 50 Stücke verfasste, wurde der barocke Schulmann auch zum Dichter. An den Aufführungen nahmen alle Schüler aktiv teil, um sich so im freien Sprechen und Bewegen zu üben. Die hervorragende Bedeutung Christian Weises ist wohl darin zu sehen, dass er dazu beitrug, das lateinische Bildungsmonopol zu brechen und damit zu einem Repräsentanten des aufstrebenden Bürgertums wurde.

Dem humanistisch-pädagogischen Erbe seines Namenspatrons fühlt sich das Christian-Weise-Gymnasium Zittau in besonderem Maße verbunden. Vielfalt und Qualität des schulischen Lebens mit dessen Kernbereich, dem Unterricht, sind jedoch keine Sache des Erbes, sondern der täglichen Bemühungen von Lehrkräften, Schülern und Eltern. Die bisher erreichten Leistungen, insbesondere die jährlichen Ergebnisse unserer Abiturienten, stimmen uns zuversichtlich, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen.

 

Christian Weise

Paulus als neuer Sokrates?


Am 13. November 2014 hielt Prof. Ulfried Kleinert, der Herausgeber des Buches "Paulus predigt in Athen" (s.o.), in der Aula des Gymnasiums einen Vortrag zum Thema "Paulus als neuer Sokrates?" - Christentum und Antike damals und heute.

 

Prof. Ulfried Kleinert während seines Vortrages in der Aula des Gymnasiums