
Die Tschechisch-Schüler der Klassenstufe 8 haben im Dezember zusammen mit zwei tschechischen Schulklassen aus Liberec (Reichenberg) und Nový Bor (Haida) Nordböhmen erkundet. Anlass war der gemeinsame Besuch der InterBridge-Kunstausstellung in der „Galerie N“ in Jablonec nad Nisou (Gablonz).
Dort wurden auch Kunstwerke gezeigt, die von den Schülern der beiden Tschechisch-Klassen des CWG als auch der beiden tschechischen Schulen im vergangenen Schuljahr angefertigt wurden. Im Rahmen des internationalen Projektes InterBridge der Technischen Universität Liberec (vertreten durch Frau Hana Křížová) besuchten die tschechischen und deutschen Schüler die Glasfabriken in Kamenický Šenov und Desná, wo seit Jahrhunderten Kronleuchter und Glasperlen hergestellt werden. Dort erhielten sie bunte Glasperlen, aus denen sie unter der fachkundigen Anleitung von Frau Zenker unterschiedliche Schmuck- und Dekorationsgegenstände für die Ausstellung anfertigten.

Die Schüler erhielten aber nicht nur Einblicke in die nordböhmische Glasfabrikation. Auf der Busfahrt konnten sie auch mit den tschechischen Schülern Dialoge auf Tschechisch führen und das im Unterricht Erlernte ganz praktisch anwenden.
Auf dem Weg zur Ausstellung haben wir uns in Nordböhmen auch Orte angeschaut, an denen die tschechische Kunst und Geschichte sowie die gemeinsame deutsch-tschechische Vergangenheit erfahrbar wird.
In der Kristallkirche in Kunratice (Kunnersdorf) bei Cvikov (Zwickau in Böhmen) haben wir bei einer Führung viele Glaskunstwerke von zeitgenössischen Glaskünstlern aus Tschechien gesehen. Ein Höhepunkt der Ausstellung sind die Kunstwerke des Glaskünstler Jiří Pačinek. Seine Glasplastiken aus bunt leuchtendem Uran-Glas sind von den Krönungskleinodien des böhmischen Königs und deutschen Kaisers Karl IV. inspiriert.

In der Stadt Turnov haben wir in der dortigen Schauwerkstatt die Gewinnung und Verarbeitung des typisch tschechischen Edelsteines, des böhmischen Granats, zu Schmuckstücken kennengelernt. Traditionell erhalten Staatsgäste der Tschechischen Republik solche Schmuckstücke als Geschenk.

In Vratislavice nad Nisou (Maffersdorf) haben wir gleich zwei interessante Entdeckungen gemacht. Den Namen der Automarke Porsche kennt fast jeder, aber dass der Autobauer Ferdinand Porsche aus Vratislavice stammte, haben viele erst in der Führung durch sein Geburtshaus erfahren, bei der unter anderem Porsches VW-Käfer oder auch seine Erfindungen im Rahmen der Elektromobilität präsentiert werden.

In der Vratislavicer Bibliothek konnten wir dann wiederum den dort über drei Etagen hängenden „Jubiläumsteppich“ anschauen und durch die Projektionstechnik „Videomapping“ einen Einblick in die einst weltberühmte Teppichfabrik eines anderen Vratislavicer Deutschböhmen, Ignaz Ginskey, gewinnen, für deren Werbung der Teppich etliche Jahre auf Seeschiffen um die ganze Welt unterwegs war.

Für die tschechischen Schüler aus Nový Bor war es dann wiederum sehr überraschend, zu erfahren, dass Zittau mehrere Jahrhunderte zu Böhmen gehörte. Gegründet vom böhmischen König Ottokar spielte es zusammen mit dem Oybin eine sehr wichtige Rolle für den böhmischen König und deutschen Kaiser Karl IV.
Das Mittagessen in tschechischen Gasthäusern bestellten die Schüler natürlich auf Tschechisch, egal ob es eine Pizza oder typisch tschechische Gerichte wie panierter Käse oder Schnitzel waren. Unterwegs konnten wir auch typisches böhmisches Gebäck kosten, Lebkuchenfiguren in Vratislavice oder mit Mohn gefüllte Kolatschen in Turnov. So kam auch die Kulinarik als untrennbarer Bestandteil der böhmischen Kultur nicht zu kurz.
In Turnov kamen wir dann trotz des milden Dezemberwetters schon richtig in Weihnachtsstimmung, als wir die von Václav Krčál und František Antonín Skála geschnitzte nagelneue Stadtkrippe bestaunten.

Dank der Förderung als InterReg-Projekt konnten unsere Schüler auf den beiden Exkursionstagen viel Neues erfahren und ihre Tschechisch-Kenntnisse weiter ausbauen.
Weitere Informationen: https://www.interbridgeproject.com/de/post/glas-mineralien-und-gebratener-k%C3%A4se