Gespräch mit einem ehemaligen Rechtsextremisten

Geschrieben von Mirko Hans
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Am Mittwoch, dem 14. November  2018, besuchten uns der Sozialpädagoge Michael Ankele und der „Ex-Nazi“ Christoph im gesellschafts-wissenschaftlichen Profil der Klassenstufe 10.

In einer lockeren Atmosphäre berichtete Herr Ankele über den Ausstieg vieler seiner Klienten aus der rechten Szene. Er selbst ist Leiter des Aussteigerprojekts  „ad acta“, welches vom Verein „Projekt 21II“ ins Leben gerufen wurde. Auch Christoph, der bei seinem Ausstieg von diesem Projekt unterstützt wurde, erzählte, wie hart dieser Schritt für ihn war. „Nach dem Ausstieg bricht erst einmal alles zusammen. Dann kann man entscheiden, ob man aufsteht oder liegenbleibt“, sagte er. Durch Arbeitslosigkeit, soziale und familiäre Isolation, begangene Straftaten und Schulden ist es schwer, wieder ins „normale“ Leben zurückzufinden.

In einem Aussteigerbericht erfuhren wir, wie groß die Überzeugung vom Nationalsozialismus innerhalb der „Sekte“ ist und was ein Einstieg in die rechte Szene alles mit sich bringt. Aber wir erfuhren ebenso, welchem Hass aus der Szene sich ein Aussteiger ausgesetzt sieht. Einen Ausstieg ohne sozialpädagogische Hilfe schaffen nur die Wenigsten. Das Wichtigste in solch einer Zeit ist es, Arbeit zu finden. Sie dient zur Ablenkung, als finanzielle Stütze, um die Schulden abzuzahlen und zum Kennenlernen anderer Menschen. Denn aus einer Tätigkeit heraus entwickeln sich soziale Kontakte ganz anders.

Zum Abschluss füllten wir Schüler einen Fragebogen aus, bei dem wir entscheiden mussten, welche rechtsextremistischen Taten strafbar sind und welche nicht. Bei der Auswertung kamen wir intensiver mit Christoph ins Gespräch und konnten Fragen stellen.

(Marie Herrmann)

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